6 Jemand hat gesagt, dass man sich möglichst früh erst mal ein wenig vorstellt.
(also was für Diejenigen, die es wirklich interessiert und Alles ganz genau wissen wollen)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dank der unendlichen Geduld meiner Eltern und dem Verein der Harmonikafreunde Leonberg Eltingen fand ich im Kindesalter über die Melodica zu meinem ersten Akkordeon. Akkordeon - Einzelunterricht genoss ich bei dem faszinierenden Lehrer Paul Eiß, der seinen Unterricht mit grenzenlosem Enthusiasmus und Idealismus  gestaltete. Im interessanten Alter, in dem einem als Heranwachsendem das Feuer an allen Seiten gleichzeitig ausbricht, hat er mir gestattet, ja es sogar unterstützt, eigenen Stil, persönliches Temperament, Spielcharakter sowie Umbauideen in das Spiel einzubringen. 
Auf diese Weise hat er mir ermöglicht parallel zum klassischen Akkordeonunterricht und Harmonielehre, mich im freien Spiel (auswendig) zu entwickeln und die Begeisterung für Improvisation zu nähren. Dies war recht wichtig, da seinerzeit das Akkordeon leider mit der Pubertät meiner direkten Umgebung kollidierte und man als Almdudler bei vielen Gleichaltrigen (mit wenigen aber wichtigen Ausnahmen) eher mit pickeltypischen Bemerkungen und Gelächter bedacht wurde. Da brauchte man einen Lehrer, der dafür sorgte, die Liebe zum eigenen Instrument zu stabilisieren, es mit Stolz in den Unterricht zu tragen und immer das Gefühl zu haben auf einem Sprungbrett zu stehen. Dies meinte ich mit faszinierendend. "Du hast behauptet du könntest eben nun mal nicht hexen? -- Dann wird's aber höchste Zeit!"

Jedoch - Devise: Musik von ganz innen raus, durch den Kopf über die Finger ins Instrument – aber mit höchster Präzision und Sauberkeit – sonst wird’s ein ,, GeÖrgele’’. 

Nun denn: Erste "Auftritte" ab 14 bei Seniorenveranstaltungen/ Kaffeenachmittagen mit Tanz, und natürlich viel Gesang, Weihnachtsfeiern - erster Applaus - wichtige Erfahrung in diesem Alter. Und wenn ich heute gefragt werde woher ich denn die vielen alten Schlager und Lieder kann, dann ist es als würde man in diese Zeit zurückversetzt - die Songs, die damals Alle von früher her kannten, sind die Evergreens von heute.
Woher "es" nun genau kommt, hat mich seiner Zeit überhaupt nicht interessiert, obgleich es ab und zu als Gabe bezeichnet wurde – aber auswendig gespielt hab ich im Großkindalter schon und die Akkorderkennung, das Analysieren von Riffs (Akkordfolgen) während dem Zuhören und während dem Spielen ging schon immer vollautomatisch. Dies bedurfte meines Erachtens auch keiner besonderen Beachtung.
Aber so etwas macht natürlich frei – und Freiheit macht Spaß! – Der Griff zur Gitarre und später auch zum Keyboard war vorbestimmt.
Mitschüler und Freunde, (die oben genannten wichtigen Ausnahmen), die auf ihren verschiedensten Instrumenten immer besser waren gab es zum Glück immer mehr und jeder von uns, der bereit dazu war, lernte und lehrte so gut er (sie) konnte.

Nur so kommt es zur ersten Kapelle.
In der Realschule und im Technischen Gymnasium gab es also die ersten Bands, von denen ich kräftig musikalisches Allerlei vom Liedermacher bis Jazz-Rock, Blues und auch Volkstümliches verschiedenster Herkunft abgekriegt habe,  wobei das Akkordeon und die akkordeontypische Musik wie ein wichtiger Nerv alle Musikrichtungen und Experimente durchwucherte und es ist mir treu geblieben – bis heute.
Ach noch was: Haben Sie schon mal mit 15 ein Mikrofon samt Ständer gekauft, dem Sie dann zuhause gegenüberstanden und mehr Angst und Respekt hatten als vor dem Zahnarzt?
                                                      - Ich schon!
Als mit viel Überwindung, Übung und Anleitung auch diese damals recht mächtige Hürde genommen war, kann ich im Nachhinein behaupten, dass man gut daran tut, der Jugend jede Möglichkeit zu bieten, dieses meist unterschätzte immense Energiepotential in der Verwirklichung von eigenen Ideen, umzusetzen.
                                       Oft reicht da eine Initialzündung.
Dann war es wohl die überaus wichtige "Mund zu Mund Propaganda" und mit 18 fand ich mich mit meiner ersten selbst zusammengesparten, ernstzunehmenden Anlage regelmäßig, vorwiegend am Wochenende, auf Tour. Nun bin ich genau an diesem Punkt, an dem der Wunsch erwacht, mich zwischendurch bei so vielen Leuten zu bedanken, die mir seinerzeit die Chance dazu gegeben und (trotzdem) geklatscht haben. 

Das Glück war mir besonders wohl gesonnen als ich meine liebe Frau Susanne kennen gelernt habe und wir 92 heirateten. Ein stabiles Jahr später waren wir mit Katrin eine richtige Familie und 95 mit Annika komplett. In diesen Dreien hab ich wohl die ehrlichsten und somit wichtigsten Kritiker gefunden. Nachdem meine Frau selbst mit Klarinette und Saxofon im Musikverein groß geworden ist, stößt meine musikalische Aktivität nicht nur auf ihr Verständnis sondern auf ihre volle Unterstützung und dies überträgt sich auf die ganze Familie.
Das ist noch viel wichtiger als man denkt,
das macht die Liebe zur Musik unbekümmert und perfekt.

So, das war's fürs Erste - das darf es aber von dem Wichtigsten der Welt, der eigenen Familie, nicht gewesen sein. Hier gibt es bald einen Link, der heißt: PRIVAT, der wird im Moment von Frau und Kindern selbst zusammengebastelt - da bin ich wirklich gespannt;
diese Drei lesen zur Zeit das Buch, das ich vorletzte Woche für mich gekauft und gelesen habe: Homepage für Einsteiger.

Sollten Sie durch reines Lesen hier angekommen sein, so möchte ich mich bei Ihnen in aller Form für Ihre Geduld und für Ihr Interesse bedanken.            Rainer Kühnle
                                                                                                       im August 2006